Buchempfehlungen zum Thema:

Ketamine for Depression

Kurzbesprechung von T. Passie:
Dr. Hyde ist Arzt und arbeitet in Tasmanien. Er kam über die Schmerzbehandlung zur Depression-Behandlung mit Ketamin und hat in diesem Bereich vielfältige Erfahrungen gesammelt. In seinem Buch hat er die Ergebnisse seiner Recherchen über die Verwendung von Ketamin zur Behandlung verschiedener psychischer Störungen, insbesondere der Depressionen, kursorisch zusammengefasst. Das Buch ist leichtverständlich geschrieben, hat aber trotzdem einen gewissen Tiefgang. Nach der Geschichte von Ketamin und seiner Verwendung bei der Depressionsbehandlung beschäftigen den Autor Fragen wie: Wie wirkt Ketamin? Ist es sicher?

Ketamine: Dreams and Realities

Kurzbesprechung von T. Passie:
Dr. Jansen ist ein bekannter Forscher im Bereich der Biochemie und des Drogenmissbrauchs. In diesem Buch hat er seine umfassenden Kenntnisse zu Ketamin, die teils aus eigenen Experimenten, aber auch einer umfangreichen Literaturkenntnis hervorgehen, zusammenfassend dargestellt. Dafür skizziert er zunächst das kulturelle Umfeld, sowohl in der Anästhesie als auch in der Drogenszene. Dann berichtet er über die Pioniere einer ‚psychonautischen‘ Selbsterforschung mit Ketamin, namentlich Marcia Moore und Dr. John Lilly.

Es folgen Erörterungen über die Beziehungen der Ketamin-Erfahrung zur Nahtod-Erfahrung sowie ungewöhnliche Wahrnehmungsphänomene unter der Wirkung der Substanz. Im zweiten Teil des Buches erörtert er die ‚dunkle Seite‘ des Moleküls und seiner Wirkungen. Es geht dabei um die mögliche Entwicklung einer Abhängigkeit von Ketamin wie auch deren Behandlung. In beiden Bereichen hat der Autor selbst Pionierarbeit geleistet. Darüber hinaus werden Auswirkungen des Ketamin-Gebrauchs auf die psychische Gesundheit beleuchtet. Den Abschluss bildet ein Kapitel über mögliche positive Effekte von Ketamin im Rahmen psychedelischer Behandlungen. Es ist erwähnenswert, dass zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Buches die Behandlung von Depressionen mit Ketamin noch nicht bekannt war.

Insgesamt ein gründlich gemachtes Buch, das die meisten, auch bizarreren Facetten dieses Moleküls und seiner Wirkungen mit wissenschaftlichem Tiefgang und doch in allgemeinverständlicher Sprache abbildet.

Soll man es ausprobieren oder nicht? Dafür liefert er, wie mir scheint, ganz vernünftige Fakten, Erwägungen und Antworten. Die letzten Kapitel befassen sich mit der Anwendung von Ketamin bei anderen psychischen Störungen, mit der Forschung über Ketamin-ähnlichen Substanzen und wie man am besten seinen behandelnden Arzt auf eine solche Behandlung anspricht.

Insgesamt eine gute überblicksartige Darstellung, die eine gewisse wissenschaftliche Tiefe erreicht.

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Am Ursprung der Sehnsucht

Kurzbesprechung von T. Passie:
Dr. Bolle ist ein Schüler des berühmten Psychotherapeuten und LSD-Forschers Prof. Hanscarl Leuner, welcher die vorliegende Doktorarbeit initiierte und betreute. Der Autor hat niedrig dosiertes Ketamin in einem psychotherapeutisch gesteuerten Rahmen auf seine psychischen Wirkungen hin untersucht. Er versteht das veränderte Erleben als prinzipiell dem Traumleben verwandt.

Neben einer psychopathologischen Beschreibung liefert der Autor interessante psychologische Erörterungen über tiefenpsychologische Aspekte des veränderten Erlebens. So beschäftigt er sich mit den Ähnlichkeiten von tiefen psychischen Regressionszuständen mit dem Erleben vor der Geburt, also im Mutterleib. Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit den aus frühen Kindheitserfahrungen resultierenden Ängsten, die den Betroffenen insbesondere dann auch noch im späteren Leben beeinträchtigen können, wenn sie von den Eltern nicht empathisch aufgefangen werden. Ein weiteres Kapitel beleuchtet die Beziehungsphänomene (Übertragung und Gegenübertragung), wie sie sich im veränderten Bewusstseinszustand zwischen Therapeut und Patient entfalten. 

Insgesamt die bisher gründlichste Abhandlung, die über die einzelnen Aspekte des psychischen Erlebens unter der Wirkung von Ketamin geschrieben wurde. Der Autor verfügt über eine gute Literaturkenntnis.

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Journeys into the bright world

Kurzbesprechung von T. Passie:
Dieses Buch wurde von einem Ehepaar verfasst. Der Autor ist Anästhesist, seine Partnerin eine bekannte Esoterikerin in den USA. Gemeinsam entdeckten sie die starken psychischen bzw. psychedelischen Wirkungen der Substanz Ketamin im unteren Dosisbereich. Sie begannen, die Rauschzustände in Selbstversuchen für ein Kennenlernen ihrer selbst zu nutzen. Daraus entwickelten sie eine therapeutische Strategie, die sie für die Behandlung psychischer Krankheiten anwenden wollten.

Beide sahen ihr Therapieverfahren sowohl unter dem Gesichtspunkt der therapeutischen Abreaktionen als auch einer ‚Erneuerung von Körperzellen‘. Zugleich stellten sie ihre Bemühungen in den Kontext der Therapie mit Psychedelika, also der psycholytischen und psychedelischen Therapie. Sie nannten ihr Verfahren ‚Samadhi-Therapie‘. 

Zwar gelang es den Autoren, von der amerikanischen Medikamentenzulassungsbehörde FDA eine Genehmigung für die Verwendung von Ketamin für ihr Therapieverfahren zu erlangen, doch es ist fraglich, ob es zu einer breiteren Anwendung gekommen ist. Diese dürfte es schon deshalb kaum gegeben haben, da die Autorin, die selbst ketaminabhängig wurde, vermutlich in einem Rauschzustand bei kaltem Winterwetter draußen in der Wildnis erfror.

Das Buch enthält eine idealisierende Beschreibung der Wirkungen von Ketamin, ist aber aufgrund der vielen Rauschbeschreibungen und Erörterungen der Autoren ein durchaus bedeutendes Werk.

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The little book of ketamine

Kurzbesprechung von T. Passie:
Der Autor schrieb, dass er beim Verfassen dieses kurzen Manuskripts mit Dr. Karl Jansen und anderen Autoritäten im Bereich des rekreationalen Gebrauchs von Ketamin zusammengearbeitet habe. Er möchte einen kurzen Überblick über die Geschichte und die Eigenschaften von Ketamin geben. Es folgen dann Beschreibungen einiger Personen, die einen Ketaminrausch erlebt haben, anschließend werden die Exploration von Marcia Moore und John C. Lilly skizziert.

In den letzten drei Abschnitten liefert der Autor dann praktische Anleitungen zum rekreationalen Gebrauch bezüglich der Dosierung (bei verschiedenen Verabreichungsformen), Arten der Anwendung, Sicherheitshinweise und Erläuterungen zum gesetzlichen Status von Ketamin in den USA. Insgesamt ein sehr kurzes, sachlich korrektes Buch, was eine Reihe praktischer Hinweise für den rekreationalen Gebrauch vermittelt.

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Der Scientist

Kurzbesprechung von T. Passie:
Der amerikanische Wissenschaftler John C. Lilly wurde in den 1960er Jahren durch seine Kommunikationsexperimente mit Delphinen und seine Forschungen mit dem Isolationstank, in dem die Versuchspersonen in einer Salzlösung liegen und von allen Außenweltreizen komplett abgeschirmt sind, bekannt. Weniger bekannt sind seine Selbstversuche mit verschiedenen psychedelischen Substanzen, die er – teilweise auch im Isolationstank –ausprobierte. Zuerst waren es vereinzelte Experimente mit LSD, in den späten 1970ger Jahren probierte er dann auch Ketamin im Isolationstank.

In diesem Buch beschreibt er nun seine Abenteuer während der sich über Wochen und Monate erstreckenden täglichen Selbstversuche mit Ketamin. Neben den bizarren und teils durchaus interessanten Erfahrungen spart er auch die problematischen Seiten nicht aus wie zum Beispiel die resultierenden Probleme für seine Ehe, paranoide Gedankenbildungen und einen durch unrealistisches Verhalten verursachten schweren Unfall. Diesen detailreichen und durchaus faszinierenden Erfahrungsbericht wird mancher Leser daher auch als Warnung lesen.

Insgesamt eine authentische Beschreibung eines sprachgewandten Autors, der seine sich sukzessive entwickelnde (und erhebliche Probleme produzierende) Ketamin-Abhängigkeit leichtverständlich in Form einer Erzählung beschreibt.

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(S)-Ketamin

Kurzbesprechung von T. Passie:
Dieses kleine Buch erschien, als die Herstellerfirma von Ketamin sich bemühte, nach dem Auslaufen des Patents für die ursprüngliche Darreichungsform das S-Ketamin als neue nebenwirkungsarme Alternative zu etablieren, da sie für dieses ein neues Patent beantragen konnte. Zu diesem Zeitpunkt wurde aufgrund der Datenlage vermutet, dass das S-Ketamin schon aufgrund der Tatsache, dass man im Vergleich zum vorher gebrauchten Ketamin-Razemat (das heißt der Mischung von S- und R-Ketamin) nur noch die Hälfte der Menge geben müsse, um die gleiche betäubende Wirkung zu erzielen, deutlich weniger Nebenwirkungen habe.

Das Buch wurde von klinisch tätigen Anästhesisten und Chirurgen verfasst und stellt zunächst die chemischen und pharmakologischen Eigenschaften von Ketamin dar. In den nächsten Kapiteln geht es um die Verwendung von Ketamin in der inneren Medizin, der Kardioanästhesie, der Intensivmedizin und bei der Behandlung chronischer Schmerzen. Die Texte sind mit wissenschaftlichem Anspruch verfasst und aufgrund der Fachterminologie für Laien nicht ohne Weiteres verständlich.

Insgesamt ein guter Überblick fürs Fachpublikum über die Verwendung von S-Ketamin in der Medizin.

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Ketamin als Partydroge

Kurzbesprechung von T. Passie:
Obgleich der Leser vermutlich nicht mehr so leicht ein Exemplar dieser Broschüre wird erlangen können, ist sie doch eine Besprechung wert. Die Autorin hat sich im Auftrag eines Kooperationsprojektes der Stadt Wien mit der dortigen Universität große Mühe gemacht, einmal den tatsächlichen Bewandtnissen um Ketamin als Partydroge auf den Grund zu gehen.

Sie hat in der Broschüre alle relevanten Kenntnisse gut fundiert und strukturiert zusammengetragen, stellt diese sachlich dar und gibt Gebrauchenden verbindliche Hinweise und Warnungen. Auch das Thema Mischkonsum wird ausführlich erläutert.
Es handelt sich bei der Broschüre um die bislang beste Darstellung des Kontextes und der Faktenlage zum rekreationalen Gebrauch von Ketamin.

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