Buchempfehlungen zum Thema Psychedelische Therapie

Psycholytic and Psychedelic Therapy Research 1931-1995: A Complete international bibliography

Kurzbesprechung von T. Passie:

Es handelt sich um ein bibliographisches Verzeichnis aller zwischen 1930 und 1996 erschienenen Veröffentlichungen zur psycholytischen und psychedelischen Therapie und deren Grundlagen. Es sind 700 Publikationen verzeichnet, die mit einem Autoren- und Stichwortverzeichnis erschlossen sind. Das Vorwort schrieb Professor Leuner.

Heilige Erkenntnis – Der psychedelische Weg zu Offenbarung und Heilung

Kurzbesprechung von T. Passie:

William („Bill“) Richards war ein junger amerikanischer Theologiestudent, der 1966 ein Auslandsemester an der Universität Göttingen absolvierte, als er einen Aushang bemerkte, der „Probanden für eine Studie mit Halluzinogenen“ suchte. Er meldete sich bei Prof. Hanscarl Leuner und erlebte eine mystische Gotteserfahrung.

Daraufhin stieg er auf Psychologie um und beteiligte sich an den Forschungsprojekten mit Psychedelika in Maryland, wo auch Grof arbeitete. Nachdem die Forschung mit Psychedelika um 1975 abgebrochen wurde, war auch für ihn für 25 Jahre lang Sendepause, bis er um das Jahr 2000 begann, die Gruppe um Prof. Griffith den Umgang mit psychedelischen Erfahrungen zu lehren.

Dieses Buch ist die Summe seiner Erkenntnisse zu Psychedelika und speziell zum Aspekt der durch sie gelegentlich ausgelösten religiösen und mystischen Erfahrungen. In diesem Bereich ist sein Wissen umfassend - und zudem konzise formuliert und gut lesbar. Der Autor ermöglicht es dem Leser, diese komplexen Erfahrungen auf verschiedenen Ebenen zu erkennen, einzuordnen und zu nutzen. Richards spart die psychodynamische Ebene und den zwischenmenschlichen Bereich nicht aus und thematisiert zugespitzte Negativerfahrungen. Auch diesen Erfahrungen, so weiß er zu berichten, wohnen therapeutische Potentiale inne.

Insgesamt ist das Buch die beste Darstellung dieses interessanten - wenn auch für ‚psycholytische‘ Therapeuten nicht ganz so zentralen - Spektrums religiös akzentuierter psychedelischer Erfahrungen.

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Die Pforten der Wahrnehmung / Himmel und Hölle

Kurzbesprechung von T. Passie:

Der international bekannte englische Schriftsteller Aldous Huxley war schon lange an östlicher Weisheit interessiert, als ihm der kanadische Psychiater Humphry Osmond 1956 einen Meskalintrip offerierte. Während des veränderten Erlebens erfuhr Huxley eine von gewöhnlichen Mustern der Aufmerksamkeitslenkung befreite „unmittelbare“ Wahrnehmung, die ihm das Sein der Dinge an sich, deren „Istigkeit“ (Meister Eckhardt) gewahr werden ließ. Diese tiefe Erfahrung hat Huxley zum bekanntesten Vertreter eines bewusstseinserweiternden Gebrauchs der Psychedelika werden lassen.

Die Rockgruppe "The Doors" benannte sich nach dem englischen Titel des Buches. Das Buch vermittelt in feiner schöner Sprache intime Einblicke in die Erfahrungswelt eines – schon vorher – besonders sensiblen und elaborierten Geistes. Huxleys Buch wurde seit 1956 ununterbrochen bis heute (auch in deutscher) Sprache gedruckt.

Später machte Huxley auch schwierige Erfahrungen mit Psychedelika und beschrieb diese in dem Text „Himmel und Hölle“, der diesem Büchlein beigegeben ist. Zwei sehr lesenswerte klassische Texte über die psychedelische Erfahrung.

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Spiritual Growth with Entheogens: Psychoactive Sacramentals and Human Transformation

Kurzbesprechung von T. Passie:

Dieser Sammelband verdient Erwähnung, da er recht kurzgefasste Beiträge von bedeutenden Figuren der psychedelischen Szene und Forschung zum Thema Psychedelika und religiöse Erfahrungen bzw. zum „spirituellen Umgang“ mit Psychedelika umfasst. Die Beiträge lieferten unter anderem Stan Grof, Huston Smith, Albert Hofmann, Roger Walsh und Alex Shulgin. Es sind keine Wiederabdrucke, sondern fast alles Originalbeiträge, die für diese Anthologie verfasst wurden.

Dennoch kommen die Beiträge nicht wissenschaftlich daher, sondern beschreiben eher persönliche Zugänge und konkrete Formen des gezielten „erweiternden“ Umgangs mit den vielfältigen (nicht nur religiösen) Erfahrungen. Für jeden weitergehend Interessierten eine durchaus bereichernde Lektüre mit einem breiten Spektrum von Perspektiven und Aspekten, auch wenn mancher die Kürze der Beiträge und die fehlende Systematik bedauern mag.

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The Frontiers of being

Kurzbesprechung von T. Passie:

Der Autor des Buches gehörte zu der kanadischen Forschergruppe, die die Anwendung von LSD und anderen Psychedelika bei verschiedenen psychiatrischen Krankheiten, insbesondere dem Alkoholismus, einführte. Neben Selbstversuchen erhielten sie ihre Inspiration vor allem durch einen unkonventionellen amerikanischen Unternehmer, der seit 1950 durch die USA tingelte und LSD-Therapie für Alkoholiker anbot. Vorurteilslos griffen sie dessen durchaus elaborierte Techniken auf und transferierten sie in ihre klinische Arbeit. Diese wurde mit erheblichen Erfolgen, insbesondere bei Alkoholikern, über mehr als ein Jahrzehnt hinweg fortgeführt.

Blewett beschreibt in seinem Buch diese Forschungen, gibt aber auch Einblicke in die Psychodynamik psychedelischer Erfahrungen sowie ihre Auswirkungen auf die Dynamik und Entwicklung der Persönlichkeit. Auch andere Themen wie die Selbsttranszendenz und mögliche Implikationen psychedelischer Behandlungen für die psychiatrische Praxis finden Berücksichtigung. 

Insgesamt ein Buch, welches zwar durchaus den damaligen Zeitgeist atmet, aber doch in vielen Aspekten Lesenswertes bereithält.

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Psychedelic psychiatry

Kurzbesprechung von T. Passie:

Der Untertitel des Buches „LSD: Von der Klinik zum Campus“ weist schon darauf hin, dass hier eine Entwicklung nachgezeichnet wird, wie sie sich seit Beginn der 1950er Jahre bis in die 1960er Jahre hinein an zwei großen kanadischen psychiatrischen Kliniken ereignet hat. Zwei Pioniere – um nicht zu sagen Revolutionäre – der psychiatrischen Behandlung entdeckten um 1950 die dramatischen psychischen Wirkungen von LSD und versuchten diese in der Behandlung von Alkoholikern und anderen psychiatrisch erkrankten Patienten systematisch einzusetzen. Dabei leisteten sie nicht nur Pionierarbeit auf diesem Gebiet.

Ihre Forschungen lockerten bestehende Paradigmen – und öffneten den Blick für erweiterte und ganz anders geartete Perspektiven auf die Psychiatrie und ihre Patienten. So gaben die beiden z.B. einem Architekten LSD und planten mit diesem neue Klinikbauten. Außerdem schrieben sie Bücher über die Innenperspektive von und den praktischen Umgang mit Patienten mit Schizophrenie und anderes mehr. 

Der Autoren gelingt es in einer sehr konstruktiven und Interesse weckenden Form, den Leser auf eine Zeitreise mitzunehmen, um diese Entwicklungen in ihrem historischen Kontext zu erleben und darzustellen. Das Buch ist spannend geschrieben und bietet für die heutige Psychiatrie einige wichtige Anstöße.

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The psychedelic explorers guide

Kurzbesprechung von T. Passie:

Schon Anfang der 1960er Jahre hatte Dr. James Fadiman Forschungen mit psychedelischen Substanzen betrieben. Dies in zweifacher Hinsicht: um Kreativität zu fördern und um Patienten zu helfen. Seine Studien waren damals recht umfassend. In diesem Buch trägt er nun die Erträge seines jahrzehntelangen Forschens und Interesses in diesem Bereich zusammen. Das Buch enthält interessante Hinweise für jene Menschen, die mit Psychedelika reisen, aber auch für diejenigen, die sie bei solchen Reisen unterstützen wollen.

Überdies liefert Fadiman eine ganze Reihe von Beschreibungen prominenter Leute im Bereich der Psychedelika und beschreibt, wie sie zu ihren Erfahrungen gelangten. Fadiman ist Urheber des Mikrodosings mit Psychedelika; auch davon handelt eines der Kapitel. Weiterhin schildert er etwas ausführlicher zwei seiner damaligen empirischen Studien an Patienten in gut verständlicher Form. Insgesamt ein sehr informatives Buch, was sowohl die alte Forschung vergegenwärtigt (was lohnend erscheint), als auch einige neue Ansätze und Hinweise liefert, insbesondere für die Gestaltung von psychedelischen Sitzungen.

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Die Begegnung mit dem Tod

Kurzbesprechung von T. Passie:

Stanislav Grof gilt als Altmeister der LSD-Therapie. In diesem Buch stellt er gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau die Erfahrungen dar, die er nach seiner Emigration von der Tschechoslowakei in die USA am psychiatrischen Forschungszentrum in Maryland bei der LSD-Behandlung von terminal krebskranken Menschen gemacht hat. Deutlich wird dabei, wie sehr die tiefgreifenden LSD-Erfahrungen in deren Leben und den Umgang mit der Situation eingreifen und auch Perspektiven verändern können.

Neben einer gut geschriebenen Einführung in das Gebiet der Behandlung von terminal Krebskranken mit Psychedelika geben die von den Autoren dargestellten Fallgeschichten intime Einblicke in die Erfahrungswelt dieser Menschen und die folgenden Veränderungen in ihrem Leben und Empfinden. 

Es handelt sich nach wie vor um das den tiefsten Ein- und Überblick vermittelnde Buch für diese spezielle therapeutische Anwendung von Psychedelika.

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Topographie des Unbewussten

Kurzbesprechung von T. Passie:

Der tschechische Psychiater Stanislav Grof leitete in der Tschechoslowakei und später in den USA bedeutende Projekte zur therapeutischen Anwendung von LSD und verwandten Halluzinogenen. Er lernte zuerst die psycholytische Therapie, später (in den USA) die psychedelische Therapie kennen. Seine umfangreiche Erfahrung spiegelt sich in dieser grundlegenden Abhandlung über die verschiedenen Erfahrungen bzw. Erfahrungswelten, wie sie unter LSD, vor allem im Hochdosis-Bereich, auftreten können. Grofs Darstellung speist sich aus der Beobachtung von mehreren Tausend LSD-Sitzungen und entwirft eine „neue Kartographie der menschlichen Psyche“.

Diese umfasst alle Erlebnisebenen der LSD-Erfahrung: von den optischen Erscheinungen, über die psychodynamischen Phänomene zu den um die Geburt kreisenden Erlebnissen und die transpersonalen Erfahrungen. Auch wenn sich Grofs Kartographie weltweit einigen Respekt verschaffen konnte, so ist anzumerken, dass sich die zentrale Stellung der Erfahrungen um die Geburt eher nicht bewahrheitet hat. 

Um die verschiedenen Erfahrungsphänomene und deren mögliche Einbindung in therapeutische Prozesse kennenzulernen, bietet dieses Buch eine unersetzliche Lektüre. Die MDMA-unterstützte Therapie wird nicht behandelt (siehe dazu Passie/Dürst. 2009).

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LSD – The consciousness-expanding drug

Kurzbesprechung von T. Passie:

David Solomon war ein Pionier der realistischen Beschreibung von Drogenwirkungen und hat einige Bücher herausgegeben. In diesem Band versammelt er eine Reihe von Autoren, die sich mit psychedelischen Erfahrungen, wie sie durch LSD hervorgerufen werden können, fundiert auseinandersetzen. Die Palette der Autoren reicht von dem Religionskundigen Alan Watts über Timothy Leary und Aldous Huxley bis zu dem Psychiater Humphry Osmond und dem Religionshistoriker Houston Smith.

Die Autoren lassen eine ganze Reihe von Perspektiven auf die Psychedelika zusammenfließen. Die Texte sind gut ausgewählt und auch heute noch lesenswert. 

Insgesamt ein gut zusammengestellter Sammelband, der wesentliche Aspekte der psychedelischen Erfahrung darstellt und einordnet.

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LSD-Psychotherapie

Kurzbesprechung von T. Passie:

Der Altmeister der psycholytischen und psychedelischen Therapie hat hier ein Grundlagenwerk zur LSD-Psychotherapie geschrieben, welches umfassend das Verfahren und seine Geschichte und die verschiedenen Variationen beschreibt. Das meiste ist heute noch gültig, aber das Buch ist knapp 40 Jahre alt und enthält daher keine neueren Forschungen und Daten.