Von Prof. Torsten Passie

1. Einleitung
Die psycholytische Therapie macht sich die Eigenschaft halluzinogener Substanzen zunutze, einen milden Erregungszustand im ZNS zu erzeugen, der mit einer „Steigerung der endogenen Reizproduktion“ (Leuner 1962) einhergeht und zu intensiven traumartigen Erlebnissen bei weitgehend klarem Bewusstsein führt. Als psychotherapiefördernde Wirkkomponente von LSD und verwandten Substanzen gilt in erster Linie die Aktivierung unbewussten Konfliktmaterials bzw. verdrängter traumatischer Erinnerungen, die in einem traumartigen Wachbewusstseinszustand detailliert wiedererlebt werden können, was sowohl deren psychotherapeutisches Durcharbeiten als auch kathartische Abreaktionen begünstigt. Zudem können viele dieser Erlebnisse wie normales Traumgeschehen im tiefenpsychologischen Prozess interpretierend durchgearbeitet werden. Ein besonderer Vorteil der Methode liegt darin, dass es zu einer Auflockerung und Überwindung neurotisch festgefahrener Abwehrstrukturen selbst bei sonst therapieresistenten Patienten kommen kann (vgl. Arendsen Hein 1963). Wichtiger Bestandteil des psycholytischen Verfahrens ist eine - im Unterschied zum psychedelischen Verfahren (vgl. Blewett & Chwelos & Smith & Hoffer 1959; Sherwood & Stolaroff & Harman 1962) - (verhältnismäßig) geringe Dosierung der Substanzen, die vornehmlich psychodynamisch-biographisches Erlebnismaterial zutage fördert sowie die psychotherapeutische Aufarbeitung des unter Substanzwirkung Erlebten in einem längerwährenden Prozess tiefenpsychologischer Therapie. Theoretisch und klinisch etabliert wurde die Methode während der fünfziger und sechziger Jahre in erster Linie durch die Arbeiten europäischer Forscher wie Sandison (1954ff.), Leuner (1959ff.), Arendsen Hein (1961ff.), Ling und Buckman (1963), Hausner (1963ff.) und Grof (1967, 1978, 1983).
Während der sechziger Jahre wurde die psycholytische Therapie in Europa an 18 Behandlungszentren regelmäßig durchgeführt (vgl. Leuner 1981: 26). Einen repräsentativen Überblick über die Forschung in den sechziger Jahren vermittelt der von Abramson (1967) edierte Bericht über eine Konferenz „The Use of LSD in Psychotherapy and Alcoholism“.
Gegen Ende der sechziger Jahre kam es aufgrund gesetzlicher Restriktionen wegen des massenhaften unkontrollierten Konsums halluzinogener Substanzen durch Laien zu einer starken Einschränkung der Forschungs- und Therapiemöglichkeiten mit Halluzinogenen. Nach den wenigen bis in Mitte der achtziger Jahre noch druchgeführten Forschungen zur psycholytischen bzw. psychedelischen Therapie (vgl. Leuner 1987; Yensen & Dryer 1995) wurden in jüngster Zeit wieder Genehmigungen zur Durchführung psycholytischer Therapie erteilt, um das therapeutisch nutzbare Potential der Halluzinogene erneut zu sondieren (vgl. Benz 1989; Yensen & Dryer 1995; Strassman 1995, Gasser 1995).

Die vorliegende Arbeit stellt als Beitrag zur frühen Geschichte der medizinischen Verwendung von Psycholytika die in den 60er Jahren erschienenen - bislang in der Forschung wenig rezipierten - Arbeiten aus den skandinavischen Ländern im Überblick vor. Die Anordnung des Stoffes erfolgt dabei nach Ländern getrennt in chronologischer Folge. Die skandinavischen Forschungsarbeiten sind insofern von Interesse, als sie verdeutlichen, wie sich der Gang der Forschung in den ersten Jahren der klinischen Erprobung und Etablierung der Methode (1960-68) vollzog. Zudem wurden von einzelnen Forschern originelle Versuche durchgeführt, deren Kenntnis von Interesse sein dürfte.

2. Die Psycholyse in den skandinavischen Ländern

Dänemark 
In Dänemark unternimmt der Psychiater Geert-Jörgensen (1961) an der Psychiatrischen Klinik der Kopenhagener Reichsuniversität 1959 Experimente mit LSD und setzt sich in einer Publikation mit den bis dahin international veröffentlichten Resultaten der Modellpsychosenforschung sowie dem psychotherapeutischen Anwendung auseinander. Überdies fließen schon Ergebnisse eigener Experimente ein.

In Übereinstimmung mit anderen Autoren definiert Geert-Jörgensen den durch LSD erzeugten Zustand als eine exogen-psychotische Reaktion i.S. Bonhoeffers. Einen markanten Unterschied mache allerdings die Häufigkeitsfolge der betroffenen Sinnesgebiete aus. Während bei exogen-psychotischen Zustandsbildern die akustischen Halluzinationen im Vordergrund ständen, dominierten unter LSD-Wirkung die Erscheinungen auf optischem Gebiet. Wichtig ist ihm auch die Unterscheidung von Halluzinationen und Pseudohalluzinationen, wobei letztere für den Halluzinogenrausch typisch seien und im Gegensatz zu den echten Halluzinationen vom Betroffenen noch als solche mit kritischer Distanz betrachtet werden könnten. Im weiteren werden von ihm Derealisation und Depersonalisation als typische LSD-Wirkungen vorgestellt. Charakteristisch für die LSD-erzeugten Modellpsychosen sei es, dass sich Aussehen und Bedeutung der Außenwelt in Verbindung mit innerem Erleben ständig wandeln könnten. Trotz einiger Ähnlichkeiten mit den klassischen Psychosen wird auch von Geert-Jörgensen klargestellt, dass die halluzinogen-induzierten Modellpsychosen phänomenologisch weder schizophrenen noch manisch-depressiven Zustandsbildern wirklich gleichkämen, sondern aufgrund des Vorwiegens optischer Erscheinungen und des erhalten bleibenden „reflektierenden Ich-Restes“ (Leuner 1962) eindeutig von diesen zu unterscheidbar seien.

In Bezug auf die therapeutische Anwendbarkeit wird von ihm zunächst die Eigenschaft des LSD angeführt, tiefe Regressionen in frühere entwicklungsmäßige Zeiten auszulösen und zum Wiedererleben verdrängten Materials zu führen, was sich psychotherapeutisch ausnutzen ließe. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass zwar ein Teil der therapeutischen Wirkung durchaus der chemischen Wirkung des LSD zu danken sei, aber die psychologischen Reaktionen stark inter- und intraindividuell variieren und deren systematische psychotherapeutische Bearbeitung von erstrangiger Bedeutung für den Therapieerfolg sei.

Seinen Erfahrungen nach biete sich dadurch dem Patienten eine bisher ungeahnte Möglichkeit der Einsicht in eigene seelische Mechanismen. Zudem könnten im Rahmen der regressiven Erlebnisepisoden bislang verdrängte traumatische Erlebnisse mit quasi kindlicher Abwehrstruktur noch einmal durchlebt werden. Das Wiedererleben selbst könne unter LSD-Einfluss von solcher Prägnanz und Eindrücklichkeit sein, dass die mit den Traumata verbundenen emotionalen Spannungen oftmals kathartisch abreagiert und darüber auch abgespaltene Persönlichkeitsteile reintegriert werden könnten. Entscheidend sei hierbei die schon von Freud betonte emotional erfahrene Einsicht im Gegensatz zur wirkungslosen allein intellektuell generierten Einsichten in die Problemzusammenhänge eigenen Erlebens und Verhaltens.

Das Studium der bis 1961 vorliegenden Literatur wie auch seine eigenen Erfahrungen lassen es Geert-Jörgensen wahrscheinlich erscheinen, dass die Verbindung von Psychopharmakologie und Psychotherapie im Rahmen von psycholytischen LSD-Behandlungen den Abstand von somatischer und psychodynamischer Einstellung in der Psychiatrie verringern helfen könne.

Im gleichen Jahr wie der Artikel von Geert-Jörgensen erscheint auch eine Arbeit seiner Mitarbeiter (Andersen et al. 1961).Diese geben eine vorläufige Übersicht über die Erfahrungen mit psycholytischer Therapie in England und Deutschland wie auch über erste eigene Erfahrungen. Die zuerst von Busch und Johnson (1950) und Sandison (1954) beschriebenen psychotherapeutisch nutzbaren Wirkungsaspekte des LSD fassen sie wie folgt zusammen: Ungehemmtheit des Redeflusses, Vereinfachung und (partielle) Überwindung psychischer Abwehrmuster, Evokation verdrängten Materials unter emotionalen Mitreaktionen i.S. einer Katharsis. Es könne dabei sowohl zur Akzentuierung von neurotischer Symptomatik als auch zu physiologischen Begleitreaktionen wie Zittern, Schwitzen, Herzklopfen usw. kommen. Das Auftreten intensiver Erlebnispassagen wird von den Autoren als in wellenförmiger Phasen sich entwickelnd beschrieben, wobei die Phasen größter Erlebnisintensität im Mittel ca. 5-10 Minuten andauerten. Als besonders vorteilhaft wird von ihnen angesehen, dass die Patienten durch das klar bleibende Bewusstsein unter LSD-Wirkung - im Gegensatz etwa zu den bei der Narkoanalyse (Horsley 1943; Fervers 1951) erzeugten Zuständen - ihre Erlebnisse detailliert erinnern und beschreiben könnten.
Auch von Andersen et al. (1961: 1450) wird die Möglichkeit eines realistisch-eindrücklichen Wiedererlebens verdrängter Erlebnisse als großer Vorteil der Methode betont. Die regressiven Erlebnisse seien oft sogar begleitet von einer Umformung des Körperbewusstseins auf die Stufe des kindlichen Lebensalters in dem das traumatischer Erlebnis erfahren wurde.

Wesentliches strukturelles Charakteristikum des Erlebens unter LSD ist nach Andersen et al. eine - von den Patienten stets berichtete – „Dissoziation der Persönlichkeit“. So bleibe ein Teil der Persönlichkeit vom Rauscherleben relativ unbeeinflusst, während andere Persönlichkeitsteile vom Erleben stark vereinnahmt würden. Der weitgehend unbeeinflusste „reflektierende Ich-Rest“ vermöge so die aus dem Unbewussten aufsteigenden psychischen Phänomene aus der Betrachterrolle zu schauen, so dass hier gleichsam der bewusste den unbewussten Anteil der Psyche betrachtet. Im Anschluss an ein von Andersen, Kristensen und Knudsen 1960 in Göttingen besuchtes Symposion über psycholytische Therapie (Barolin 1961) wird von ihnen ein psychoanalytisches Therapiesetting empfohlen und die dringende Empfehlung für Selbsterfahrungssitzungen des Therapeuten ausgesprochen.

Ihre Ansichten bezüglich der Indikationen schließen unmittelbar an die Erfahrungen von Sandison (1954) und Martin (1957) an: Zwangs-, Charakter- und Angstneurosen sowie Psychopathien und sexuelle Störungen werden als besonders geeignet angesehen. Wichtig erscheint es ihnen schon zu diesem Zeitpunkt, die Auswahl der Patienten nicht nur nach ihrem Störungsbild zu treffen, sondern auch nach ihrer Persönlichkeitsstruktur und dem Grad ihrer sozialen Integration. Als günstig gelten ihnen eine stabile Ich-Struktur, geregelte soziale Lebensumstände und eine mindestens normale intellektuelle Begabung, die ausreicht um eigene Reaktionsmuster einzusehen. Als Kontraindikationen von somatischer Seite sehen sie zu dieser Zeit neben Lebererkrankungen vor allem Herzprobleme und kardiovaskuläre Störungen an, die bei den gelegentlich unter LSD-Behandlung auftretenden Ängsten und Spannungen zu Komplikationen führen könnten. Von psychischer Seite seien Ich-Schwache und latent psychotische Patienten sichere Kontraindikationen.

Den konkreten Ablauf einer LSD-Behandlung in der von Geert-Jörgensen geleiteten psychiatrischen Klinik der Reichsuniversität Kopenhagen schildern Andersen et al. (1961: 1451) wie folgt. Nach einer leichten Morgenmahlzeit erhält der Patient zwischen 50 und 400 mcg. LSD per os. Vorher werde er unmissverständlich über den eigentümlichen Charakter der auftretenden Erlebnisveränderungen aufgeklärt. Sobald die Wirkung eintrete, werde der Patient aufgefordert sich in einem ruhigen Einzelzimmer hinzulegen und die Bedeutung der auftretenden Erlebnisse herauszufinden. Die Sitzungen dauerten etwa 5-6 Stunden und seien begleitet von Vor- und Nachgesprächen.
Bis November 1961 wurden insgesamt 38 Patienten an der Kopenhagener Klinik mit LSD behandelt. Die meisten von ihnen waren chronisch neurotisch Erkrankte mit schlechter Prognose nach erfolglosen konventionellen Behandlungen. „In solchen Fällen ist, auch im Nachhinein betrachtet, ein Versuch mit dieser Methode auf jeden Fall gerechtfertigt, insbesondere wenn man die Auswahlkriterien scharf einhält“ (Andersen et al. 1961: 1451; Übers. T.P.). Eine längerwährende Verschlimmerung psychischer Symptome unter der Behandlung haben die Autoren in keinem Fall beobachtet und auch das Risiko der Auslösung psychotischer Komplikationen sei bei richtiger Indikationsstellung - entgegen ihren ersten Befürchtungen - verschwindend gering.

Zusammenfassend favorisieren die Autoren aufgrund der Literatur und eigener Erfahrungen zwei Anwendungsbereiche der psycholytischen LSD-Behandlung: 1. zur Eröffnung neuer Therapiechancen bei chronisch neurotischen Patienten mit bisher schlechter Prognose; 2. zur Abkürzung und Effektivierung des konventionellen psychoanalytischen Verfahrens.

Im folgenden Jahr veröffentlichen drei Mitarbeiter der Arbeitsgruppe um Geert-Jörgensen erste Erfahrungsberichte über die Fortsetzung der LSD-Behandlungen. Mogens Hertz (1962: 103ff.) berichtet über Beobachtungen und Eindrücke von einem Jahr Arbeit mit LSD, währenddessen er ca. 200 LSD-Sitzungen mit 16 Patienten durchführte. Obwohl es ihm noch nicht möglich scheint, zu einer einheitlichen Auffassung der Wirkungsweise von LSD-Behandlungen vorzudringen, könnten doch einige Reaktionen, die durchgehend vorkommen und wesentliche Bedeutung zu haben scheinen, beschrieben werden. So träten etwa regelmäßig Ängste und psychische Spannungen in wellenförmiger Folge auf. Diese stünden meist in Beziehung zu äußeren Einflüssen oder inneren Erlebnissen und würden gewöhnlich als Angst vor dem Tod, vor einem Ohnmächtig-Werden sowie in Form eines Leeregefühls erfahren. In der Regel kulminiere die Angst bevor der Patient in einen gegenteiligen Zustand von behaglicher Stimmung und positiven Gedanken überwechsele. Dieses „Umkippen“ in den angstfreien Zustand könne auch durch eine zusätzliche intravenöse Ritalininjektion gefördert werden. Bei mittleren Dosen LSD (100-200 mcg) pendelten die Patienten allerdings meist zwischen diesen Zuständen hin und her. Regelmäßig fielen auch bizarre Mimik sowie reflexartige Kopfbewegungen und -haltungen auf, die mit bestimmten Affekten verknüpft zu sein schienen. Das Kontaktverhalten der Patienten wird von Hertz als sehr unterschiedlich beschrieben: Es reiche von ungehemmtem Redefluss bis zum Mutismus, der allerdings durch direkte Ansprache fast immer durchbrochen werden könne.

Von besonderem Interesse erscheint dem Autor die große Häufigkeit des Erlebens von Ereignissen aus dem ersten Lebensjahr die mit der gegenwärtigen Symptomatik in Zusammenhang stünden.

In den belastenden Perioden der LSD-Wirkung würden bei motorischer Erregung sowie Hilf- und Ratlosigkeit Abhängigkeitsgefühle gegenüber dem Therapeuten verstärkt empfunden. Nach dem Abklingen der Belastung begännen die Patienten meist affektgeladene Gespräche bzw. diskutierten mit sich selbst. Von diesen Diskussionen gewann Hertz den Eindruck einer positiven selbstkritischen Auseinandersetzung des Patienten, unter ausgeprägter emotionaler Teilnahme und mit Betrachtungen die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in sinnträchtiger Weise miteinander zu verbinden schienen.

Bei den 16 von ihm behandelten Angst- und Charakterneurotikern berichtet Hertz über Besserungen bei 9 Patienten. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass zu diesem Zeitpunkt nur therapieresistente chronische Neurotiker zur LSD-Behandlung zugelassen wurden.

Auch Geert-Jörgensens Mitarbeiter Knud Knudsen (1962: 108ff.) berichtet über ein Jahr Erfahrung mit stationären und ambulanten Patienten unter LSD-Behandlung. Er behandelte von 1959-1962 insgesamt 30 Patienten, von denen 17 1962 die Therapie abgeschlossen hatten. 12 dieser Patienten konnten nach seinen Angaben bis zur Symptomlosigkeit gebessert werden. Von dreien der gebesserten Patienten bringt Knudsen ausführliche Kasuistiken, bei denen sich vor allem die Abfolge von anfänglicher Ängstlichkeit, das Wiedererleben traumatischen Erinnerungsmaterials sowie das Verschwinden neurotischer Symptome nach erfolgter psychotherapeutischer Reintegration des aktivierten Materials zu gleichen scheinen. Die unbeeinflussten Patienten seien zwei Zwangsneurotiker und drei Patienten mit Sexualneurosen.

Die verabreichten Dosen bewegten sich zwischen 70-400 mcg LSD. Nach ca. 5 Stunden wurde die Behandlung i.d.R. mit der Gabe von Neuroleptika bzw. Sedativa abgebrochen und der Patient nach einer weiteren Stunde in Begleitung eines Verwandten nach Hause entlassen. Wenn Patienten unter der Behandlung oder kurz darauf depressiv reagierten, wurden sie vor Entlassung nochmal einem klärenden Gespräch (Suizidrisiko?) unterzogen. Während des Zeitraumes zwischen den Sitzungen waren Gespräche mit dem Therapeuten über Verlauf und Inhalte der Sitzungen regulärer Bestandteil der Behandlung. Trotz dieser intensiven Betreuung gibt der Autor an, dass er die Patienten mit einer eher observierenden Einstellung behandelt habe und keine Interpretationen von ihm ausgegangen seien, obgleich er sich stets supportiv verhalten habe.

Kjaerbye Kristensen (1962: 111ff.) berichtet über Behandlungsexperimente mit der kombinierten Gabe von LSD und Ritalin (Methylphenidat). Nach einigen frühzeitigen Berichten über die Neurosentherapie mit LSD begann man schnell diesen Stoff mit anderen Medikamenten zu kombinieren. Insbesondere ZNS-aktivierende Stoffe wie Methamphetamin und Ritalin erwiesen sich als erlebnisstimulierende Zusatzmedikation. Ritalin ist ein den Amphetaminen entfernt verwandtes sympathomimetisches Pharmakon, das seit 1954 zur Unterstützung psychotherapeutischer Behandlungen angewandt wurde (vgl. Ling & Buckman 1963). Seine psychischen Wirkungen wurden als kontakterleichternd und hemmungsüberwindend bei guter Verbalisierungsfähigkeit beschrieben. In Kombination mit LSD werde die Aufdeckung unbewussten und vorbewussten Materials durch Ritalin zusätzlich gefördert. Zudem begünstige es die Abreaktion und Integration verdrängter Affekte.
23 Patienten wurden von Kristensen im Laufe von 370 LSD-Sitzungen während 220 Sitzungen zusätzlich Ritalin i.v. verabreicht. Bei den Patienten handelte es sich in der Hauptsache um schwer neurotisch Erkrankte, die fast alle schon mehrere erfolglose Behandlungen durchlaufen hatten.

Als optimale LSD-Dosis für diese Kombinationsbehandlung wird von ihr 150 mcg p.o. angegeben. Auf dem Höhepunkt der LSD-Wirkung (nach ca. 1,5-2,5 Stunden) würden dann 30-50 mg Ritalin i.v. gegeben. Die psychischen Wirkungen nach intravenöser Ritalinapplikation könnten schon nach wenigen Minuten abrupt einsetzen und gingen mit einer starken Affektaktivierung einher. Deshalb müsse der Therapeut solange beim Patienten verweilen bis dieser sich nach der Wirkungsanflutung wieder beruhigt habe. Über eine temporäre Intensivierung der LSD-Wirkung mittels Ritalin werde vor allem der Abbau von Abwehrmechanismen gefördert und die Patienten durchlebten oft in dramatischer Weise das Auftauchen verleugneter und verdrängter Erlebnisse. Zum Teil schienen die Patienten von ihren inneren Erlebnissen sogar regelrecht verschlungen zu werden.
Den eigentlichen Sinn dieser Kombinationsbehandlung sieht Kristensen in der Möglichkeit auch bei langzeitig chronifizierten rigiden Abwehrstrukturen eine Chance zu deren Lockerung und Überwindung zur Hand zu haben. Risiken entstünden vor allem durch depressive Reaktionen und Panikzustände bei der Überwältigung durch aggressive und libidinöse Erlebnisinhalte, die - in Ausnahmefällen - bis zu temporären psychotischen Entgleisungen des Erlebens führen könnten. Auch bezüglich der sympathicomimetischen Wirkungskomponente sei bei Bluthochdruck, Arteriosklerose und labilen Herz- Kreislaufverhältnissen Vorsicht geboten. Zum Abschluss ihres Artikels entwickelt die Autorin die Hypothese, dass LSD einen Prozess sukzessive gesteigerter Anspannung verursache, welcher dann durch Ritalingabe entladen werden könne.

In ihrer nächsten Arbeit berichtet Kristensen (1963a: 161ff.) zusammenfassend über 100 Patienten die von Geert-Jörgensens Arbeitsgruppe mit LSD (z.T. zusätzlich mit Ritalin) behandelt wurden. Bei mehr als der Hälfte der Patienten war eine Charakterneurose diagnostiziert worden. Weiterhin wurden 30 andere schwer neurotisch Erkrankte behandelt. Gute Besserungen zeigten nach ihren Angaben insbesondere die Charakterneurosen. Schlecht seien dagegen die Ergebnisse bei zwangsneurotischen Störungen ausgefallen. Die in die Behandlung einbezogenen psychosomatischen Fälle würden zwar mit starke somatische Reaktionen zeigen, blieben aber sonst unbeeinflusst. Eine deutliche Warnung spricht sie bezüglich affektlabiler Psychopathen aus, die sie nur unter stationären Bedingungen behandelt wissen möchte.

Was die Dosierung betrifft, sei ihre Arbeitsgruppe mittlerweile dazu übergegangen nicht mehr als 200 mcg. zu verabreichen, da höhere Dosen das Bewusstsein des Patienten zu sehr beeinträchtigten und die Kommunikation bzw. Verarbeitung des Erlebten erschwerten. Außerdem sei man zur subkutanen und intravenösen Applikation des LSD übergegangen, da man so Übelkeit und somatische Irritationen wie auch die Erwartungsspannungen vor Wirkungseintritt wirksam verringern könne. Eine weitere Optimierung der Behandlung dürfe man sich ihrer Erfahrung nach von der neuentdeckten Substanz Psilocybin versprechen, die sich vor allem durch eine kürzere Wirkungsdauer (3-6 Std.) und geringere somatische Nebenwirkungen auszeichne (Kristensen 1963b).
Was Komplikationen angeht, berichtet Kristensen über insgesamt vier Suizidversuche während der Tage nach den LSD-Sitzungen, wobei jedoch berücksichtigt werden müsse, dass sämtliche der Betroffenen schon vorher mehrfach Suizidversuche unternommen hätten. Z.T. wirke hier auch die Erklärung der Ärzte traumatisch, dass die als ultima ratio angesehene Behandlung für die Patienten doch nicht geeignet sei. Auch ein vollendeter Suizid sei bei einem Patienten vorgekommen der sich zunächst auch gegen große Dosen LSD resistent zeigte, dann eines Tages aber einen Durchbruch mit kosmisch-mystischen Erfahrungen erlebte und danach gespannt depressiv reagierte. Trotzdem wurde er routinemäßig nach Hause entlassen und suizidierte sich dort. Seitdem würden die LSD-Behandlungen in der Kopenhagener Reichsuniversität insofern strenger kontrolliert als die ambulanten Patienten nun immer für 24 Stunden nach LSD-Verabreichung stationär kontrolliert würden und vor deren Entlassung ein ärztliches Kontrollgespräch zur Pflicht gemacht worden sei.

Mogens Hertz (1962) stellte die Hypothese eines Lern- und Stressstillstandes bei neurotischer Verhaltensfixierung auf. Diese basiert auf der Vorstellung, dass beständige neurotische Abwehrmuster, die in Form bedingter Reflexe gebahnt würden, eine flexible Einstellung der Person auf neuartige innere wie äußere Bedingungen stark behindern könnten. Da Lernen seinem Verständnis nach stets mit stressbegleiteten Umstellungen einhergehe, sei der beim Neurotiker feststellbare Entwicklungsstillstand mit einem Zustand stressfreien „Nicht-lernens“ verbunden. Diese Hypothese wurde von ihm über zwei Jahre sowohl anhand der inneren Erlebnisse der Patienten als auch durch biochemische Korrelationsstudien überprüft. So konnte Hertz (1963: 170) den Nachweis führen, dass die Serumkonzentration des (Stress-)Hormons Hydrokortisol mit stressbegleiteten Lernvorgängen während der LSD-Behandlungen korreliert sind. In diesem Zusammenhang führt er auch andere Studien an, die Wechselwirkungen von Hormonen und ZNS-Aktivität unter Halluzinogwirkung untersuchten (Alnaes & Skaug 1963a; 1963b).
In weiteren Studien zu dieser Hypothese (Hertz 1967; 1968: 201) zieht er folgende Schlussfolgerungen:
 

1. Die LSD-Behandlung ruft unausweichlich eine Stressreaktion hervor, die in ihrer Stärke je nach den auftauchenden Erlebnissen variiere.

2. Der psychologische Stress-Effekt steht in unmittelbarer Beziehung zum Verlust des „Reality-Testing“ durch die veränderte Wahrnehmung.

3. Die LSD-Wirkung verursacht einen massiven Anstieg bzw. Abfall des Stresshormons Hydrokortisol, abhängig von der Intensität der auftauchenden Erlebnisse.

4. Durch den „Lern- und Stressanstoß“ LSD würden somit Lernprozesse bzw. Verhaltensänderungen ausgelöst und unterstützt die vorher über einen „Lernstillstand“ neurotisch fixiert gewesen seien.
1964 publizieren Geert-Jörgensen et al. (1964) eine zusammenfassende Darstellung von Erfahrungen und Ergebnissen mit der LSD-Behandlung von chronisch neurotisch Kranken. Von den 157 bis dahin behandelten Personen brachen 28 aus verschiedenen Gründen die Behandlung ab und konnten deshalb nicht in die Nachuntersuchungen einbezogen werden. Die verbleibenden 129 Patienten, die die Behandlung vollständig durchliefen, wurden in drei Follow-ups systematisch nachuntersucht. Bei den Untersuchungen wurden die Patienten so auf die Untersucher verteilt, dass niemand die von ihm selbst behandelten Patienten beurteilte (Geert-Jörgensen hatte bis zu dieser Zeit noch keinen Patienten selbst behandelt). Neben einer (unpublizierten) Fragebogenstudie wurde vor allem der klinische Status der Patienten bewertet und dessen Eindrücke vom Einfluss der Behandlung festgehalten.

Die Anzahl der verabreichten LSD-Behandlungen variierte zwischen 5 und 58 je nach Patient, die meisten erhielten zwischen 10 und 15 Behandlungen. Die Dosierung lag im Mittel bei 200-400 mcg.; z.T. wurde additiv Ritalin verabreicht.
An Komplikationen wurden bei ca. 2000 LSD-Sitzungen bis auf vereinzelte depressive Nachschwankungen und Flashback-Reaktionen keine gravierenden Nebenwirkungen beobachtet. Somatische Komplikationen, zusätzliche Symptombildung oder psychotische Reaktionen wurden in keinem Fall beobachtet. Allerdings kam es außerhalb der Sitzungen bei vier Patienten zu Suizidversuchen (1964:376) und zu einem Homizid einer psychopathischen Patientin an ihrem Freund (vgl. Knudsen 1964).

Von den 129 Patienten wurden 98 mit passiv-observierender Haltung von einem Team aus Arzt und Krankenschwester ohne Anwendung systematischer Psychotherapie behandelt. Die anderen 31 Patienten erhielten zusätzlich jeweils eine gruppentherapeutische Sitzung direkt im Anschluss an jede LSD-Behandlung. Diese Gruppensitzungen hätten seinen zwar durch die Erschöpfung der Patienten beeinträchtigt worden, erwiesen sich aber in gerade durch die nachklingende LSD-Wirkung für die psychotherapeutische Nacharbeit besonders gut geeignet. Versuche mit Gruppentherapie unter direktem LSD-Einfluss mussten allerdings aufgrund der ausgeprägten Vereinnahmung der Patienten durch ihr inneres Erleben wieder aufgegeben werden. Zuletzt übte man die Praxis einer Gruppentherapiesitzung am Morgen nach jeder LSD-Sitzung (1964: 378).
Was die Resultate der Behandlungen angeht - bei der die Patienten von vier Ärzten sowohl diagnostisch als auch prognostisch beurteilt wurden - unterteilen die Autoren zunächst grob in zwei Gruppen: Die „Responder“ (=70) und die „Non-Responders“ (=59), die auch sog. „Rückfälle“ einschließen. Die Autoren räumen bezüglich der eruierten Ergebnisse unumwunden ein, dass die festgestellte Besserungsrate von knapp über 50% kaum größer erscheint als die Rate der Spontanremissionen unbehandelter Neurosen. Doch betonen sie, dass ihnen die Patienten genau bekannt gewesen seien und fast alle seit Jahren bzw. Jahrzehnten unter schweren neurotischen Störungen gelitten hätten, für die bisher keine geeignete Behandlungsmethode zur Verfügung stand. Zudem hätten sie sämtlich schon mehrere konventionelle Behandlungen erfolglos durchlaufen. In unmissverständlicher Weise heben die Autoren ihre Überzeugung von der Wirksamkeit der LSD-Therapie hervor. Insbesondere könnten psychologische „Nachreifungen“ (ein oft von ihren Patienten benutzter Terminus) bestimmter Persönlichkeitsanteile durch solche Behandlungen gefördert werden und zur Fortentwicklung der Persönlichkeit einen produktiven Beitrag leisten.
Besonders gut schienen nach den Ergebnissen dieser Studie Charakter- und Sexualneurosen auf die Behandlung angesprochen zu haben. Allerdings müssten diese Patienten, wie alle anderen auch, sehr genau auf die Eignung ihrer Persönlichkeitsstruktur, ihrer Stresstoleranz und ihrer Intelligenz für die Behandlung hin untersucht werden. Bei der Hälfte der Charakterneurosen (=32) konnte nach den Angaben der Autoren deutliche Besserungen erzielt werden. Die Angstneurotiker und depressiven Neurosen schnitten ähnlich gut ab. Auch die psychogenen Sexualstörungen stellten ihrer Ansicht nach ein vielversprechendes Behandlungsgut dar, wobei einschränkend zu bemerken sei, dass die homosexuellen Patienten fast ausnahmslos die Behandlung vorzeitig abbrachen. Bei den behandelten Zwangsneurosen kam es nur vereinzelt zu signifikanten Besserungen, weshalb diese eher als eine Kontraindikation anzusehen wären. Abschliessend bemerkten die Autoren: „There is a general agreement that personally we have learned much about the psychopathological mechanisms in our patients since the introduction of the LSD-therapy and also that it has been worth-while despite the disappointments included. Moreover we feel convinced that quite a number of our patients hardly could have been helped in any other way“ (1964: 381).
Schon in der vorstehend referierten Publikation erwähnt der neurologisch orientierte Psychiater Geert-Jörgensen (1968) den von ihm unternommenen Versuch, eine Gruppe von Patienten ohne jegliche Psychotherapie ausschließlich mit LSD-Verabreichungen zu behandeln, um den kurativen Wert chemischer und neurophysiologischer Mechanismen zu erschließen. Er erklärte diesen Patienten, dass die Behandlung rein mechanischer Natur sei und sie nur selbst das auftauchende Erleben durchzuarbeiten hätten. Außer einer über Bettklingel erreichbaren und nur rein supportiv tätigen Krankenschwester waren die Patienten während der Sitzung völlig auf sich allein gestellt. Insbesondere sollte jede Verbalisierung des auftauchenden Materials vermieden werden, um eine kognitive geprägte Verarbeitung des Materials zu unterbinden (1968: 196). Bei einem kurzen Nachgespräch mit dem Arzt am nächsten Morgen sollte dieser vor allem auf etwaige depressive Nachschwankungen (Suizidgefährdung?) achten und dem Patienten nahelegen, das Erlebte unzensiert aufzuschreiben. Obwohl es bei dieser Behandlungsweise für den Patienten sicherlich schwieriger sei, ohne jede Unterstützung das auftauchende Material durchzuarbeiten, konnten z.T. erstaunliche Ergebnisse berichtet werden (Geert-Jörgensen et al. 1968; Brandrup & Vangaard 1977). Es sind aus diesen Behandlungsexperimenten auch zwei beeindruckende Kasuistiken bekannt geworden (Geert-Jörgensen 1964; Brandrup & Vangaard 1977). Im ersten Fall wird über einen 26-jährigen Patienten mit Impotentia coeundi primaria berichtet, der trotz einer harmonischen Ehebeziehung von chronischer psychogener Impotenz geplagt wurde. Dieser Patient erhielt insgesamt 8 LSD-Behandlungen nach dem oben beschriebenen Muster. Dieser Patient berichtete in seinen Protokollen oft von Regressionen in Erlebnispassagen aus Pubertät und frühen Kindertagen. Insbesondere seine Mutterbindung erfuhr anscheinend intensive Bearbeitung, ihre Problematik wurde ihm im Verlauf der LSD-Sitzungen zunehmend deutlicher beschreibbar und in neuer Weise transparent. Obwohl der Patient die Behandlung als eher unangenehm charakterisiert, betont er doch deren einsichtfördernden und befreienden Charakter. Nach der 8. Behandlung hatte der Patient seine volle Potenz gewonnen und diese blieb auch über einen Nachbeobachtungszeitraum von mehr als vier Jahren erhalten (vgl. Geert-Jörgensen 1968). Über die Art bzw. den Mechanismus dieses Heilungsvorganges wurden allerdings keine Hypothesen entwickelt.
Ein weiterer Fall aus diesen psychotherapieabstinenten Behandlungsserien wurde zwar schon 1961/62 behandelt, aber erst 1977 publiziert (Brandrup und Vangaard 1977). Hierbei handelte es sich um einen schweren emotional verarmten intellektualisierten zwangsneurotisch Gestörten mit eindeutig psychischer Symptomgenese. Die Symptomatik war so ausgeprägt, dass der Patient zum Zeitpunkt des Behandlungsbeginns arbeitsunfähig war, keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen konnte und mehr als den halben Tag mit der Durchführung seiner Zwangsrituale (z.B. 200-250x Händewaschen tgl.) beschäftigt war. Dieser wurde nun im Laufe von 15 Monaten mit 57 wöchentlichen LSD-Sitzungen behandelt.

Die Erlebnisse während der LSD-Sitzungen offenbarten die grundlegenden Entwicklungselemente dieser Persönlichkeit seit der frühen Kindheit, insbesondere Erlebnisse im Zusammenhang mit der ersten Reinlichkeitserziehung. Von besonderem Interesse scheint den Autoren die frappierende Übereinstimmung der wiederkehrenden Affekte und Inhalte von Erlebnissen aus der frühen Reinlichkeitserziehung mit dem aus der Freud`schen Psychoanalyse bekannten Konzept der Bildung von Zwangssymptomen auf dem Hintergrund einer pathologischen Prägung während der frühen Reinlichkeitserziehung. „It is a fact of theoretical importance that his Symptoms disappeared simultaneously with the emergence of childhood memories of toilet training, rage, hate, protest, anxiety, helplessness in the face of motherly power, and feelings of being forced to suppress emotions and impulses to assert himself“ (1977: 139). Nachdem nun diese und andere Erlebnisse vom Patienten sukzessive wiedererlebt und durchgearbeitet wurden, verschwanden seine Symptome vollständig und tauchten auch während des 15-jährigen Nachbeobachtungszeitraumes nicht wieder auf. In ihrer Schlussbemerkung zu der Kasuistik weisen die Autoren darauf hin, dass uns außer der LSD-Behandlung kein Mittel für die Behandlung starker neurotischer Zwangssymptomatik bekannt sei und von daher anzuregen sei, diese Behandlung durch entsprechend diagnostisch und therapeutisch ausgebildete Psychiater bei ausgewählten Patienten auch in Zukunft sinnvoll anzuwenden (1977: 140).

Obwohl bis dahin keine Follow-up Studie der nur mit LSD-Sitzungen behandelten Patienten stattgefunden habe, schlussfolgert Geert-Jörgensen (1968: 198) aus seinen einzelfallbezogenen Erfahrungen: „In those patients who where not given systematized psychotherapy, amazing treatment results have been seen, particularly in the patients with severe sexual neuroses, anxiety-, and character neuroses“.


Da der dänischen Arbeitsgruppe stetig klarer wurde, dass eine präzisere Indikationsstellung sowie die genaue Berücksichtigung der Persönlichkeitsstruktur sowohl die Behandlungsresultate verbesserte als auch die Komplikationen stark verringerte, legte Vangaard (1965: 427ff.) - nachdem er Ende der fünfziger Jahre in England bei Sandison schon 1961 erste Anhaltspunkte für die praktische Durchführung der Behandlungen bekommen hatte - bei seinen späteren Besuchen bei ihm im Powick-Hospital großen Wert auf Indikationsstellung, Prognose und Ich-Struktur der Patienten und deren Beziehungen zu den empirisch erzielten Behandlungsresultaten. Er beobachtete während seiner 4 Besuche dort 24 Patienten über einen Zeitraum von drei Jahren. Auch in Powick wurden vor allem schwere chronifizierte Neurosen behandelt, fast alle ohne systematische Psychotherapie. Trotzdem konnten knapp die Hälfte der beobachteten Patienten deutlich gebessert entlassen werden. Bei einem Strukturvergleich der gebesserten und ungebesserten Patientengruppen konnte er erstere Gruppe wie folgt charakterisieren:
 

„1. They where well adjusted in both the social sense and in their personal human relationships. ...
 

2. It was primarily they themselves who suffered from the inhibitions and frustrations which were a consequence of their condition.

3. The symptomatology in each single case was circumscribed, homogenous and stable.

4. none of them were addicted to drugs or alcohol.

5. None of them had a severely deviating personality, either as regards character or temperament.

6. None of them were manifest perverts.

7. None of them were psychotic and there was nothing in the habitual personality of these patients which might lead one to suspect potential psychosis ...

Consequently, in spite of disturbing symptoms the general personality integration of all these patients was on a comparatively high level, or in other words they possessed a fairly strong ego” (1965: 432f.). Der letzte Satz verweist schon auf die zentrale Bedeutung der Ich-Stärke als Angelpunkt für Erfolg und Misserfolg psycholytischer Behandlungen. Insbesondere die Fähigkeit des Ichs einander widerstrebende Impulse innerer und äußerer Art - die ja unter der abwehrmodifizierenden LSD-Wirkung stark intensiviert sein können - integriert zu halten, wird von Vangaard als wichtige Voraussetzung für den Heilerfolg angesehen. Als das bedeutsamste Charakteristikum der nicht oder kaum gebesserten Patienten macht Vangaard von daher vor allem unterschiedlich konfigurierte Formen von Ich-Schwäche bzw. Ich-Deformierungen aus.

Mit Bezug auf zwei 1968 erschienene zusammenfassende Veröffentlichungen der dänischen Arbeitsgruppe um Geert-Jörgensen (1968; Hertz 1968) können deren Arbeitsergebnisse wie folgt zusammengefasst werden. Während der Jahre 1960-1968 wurden in der psychiatrischen Klinik der Kopenhagener Reichsuniversität mehr als 400 Patienten mit insgesamt ca. 5000 LSD-Sitzungen behandelt. Grundsätzlich wurden nur Patienten zur LSD-Behandlung zugelassen, die an schweren neurotischen Störungen litten und schon mehrere konventionelle Behandlungen erfolglos durchlaufen hatten. Insbesondere bei Charakter- und Angstneurosen sowie Psychopathien und Sexualneurosen konnten - bei sonst prognostisch aussichtslosen Patienten - gute Erfolge erzielt werden. Außerdem konnte das Indikationsspektrum im Laufe der Zeit genauer eingegrenzt werden, d.h. vor allem bestimmte Zwangsneurosen wie auch hysterische, psychotische und präpsychotische Konditionen als klare Kontraindikationen bestimmt werden. Zudem wurde herausgearbeitet, welcher Wert einer Beurteilung der gesamtem Persönlichkeitsstruktur für Therapieeignung und Heilungsaussichten zukommt. Ernstere somatische Komplikationen wurden in keinem Fall festgestellt. Die Autoren beobachteten aber häufiger depressive Nachschwankungen, die bei suizidgefährdeten Patienten in Einzelfällen zu einschlägigen Folgen führten. Diese hätten seit der Etablierung präziserer Indikationsstellungen und strengerer Nachbeobachtung der Patienten jedoch vollständig vermieden werden können.

Kritisch ist anzumerken, dass die Evaluierung der Behandlungsergebnisse nur rudimentär geblieben ist und heutigen Ansprüchen in keiner Weise Genüge tun kann. Diesbezüglich ist allerdings der damalige Standard der Psychotherapieforschung zu berücksichtigen. Zudem ist bei der Etablierung einer neuartigen experimentellen Behandlungsmethode, die dazu noch so wesensverschiedene Gebiete wie Psychopharmakologie und Psychotherapie zusammenbringt, mit speziellen Schwierigkeiten konfrontiert, welche die Ergebnisevaluierung weiter komplizieren (vgl. Pletscher & Ladewig 1994). Von daher entgegnete Geert-Jörgensen (1968: 196) auf das Statement der American Psychiatric Association von 1967 bezüglich der gemäß wissenschaftlichen Standards bislang nicht widerspruchsfrei belegten Effizienz psycholytischer Behandlungen: „Based on our long experience we cannot endorse this statement. We have seen so many cases that have been cured by hallucinogenic treatment. We do not admit that it is difficult to give scientific evidence of the curative value of a certain psychotherapeutic treatment and that a clinical evaluation has to suffice“.

Norwegen
In Norwegen wurden 1961 von Robak (1962: 1360ff.) erste LSD-Versuche im Modums Bad Nervensanatorium der Stadt Lier unternommen. Nachdem die Substanz dort zunächst unter klinischen Bedingungen an gesunden Freiwilligen getestet wurde, ging man schnell zu ihrer explizit psychotherapeutischen Anwendung über.
Robak referiert in seiner Arbeit zunächst die in der Literatur geschilderten Wirkungen des LSD auf die Psyche, die er als Anregung der emotionalen Aktivität, Tendenz zu Regressionen (in Haltung, Bewegung, Ausdruck und emotionalen Entladungen in regrediert kindlicher Grundverfassung) sowie einer Wiederbelebung verdrängten Materials zusammenfassend beschreibt. Während fast alle seiner Versuchspersonen über abstrakte Erlebnisse ästhetischer Art berichteten, könne eine ausgeprägte Tendenz neurotischer Patienten beobachtet werden, Kindheitserlebnisse in detailgetreuer Eindringlichkeit zu erinnern.

Die meisten der Patienten empfanden den Rausch laut Robak als eher unbehaglich, obwohl auch als positiv empfundene Erlebnisse nicht selten seien. Wohler fühlten sich die Patienten vor allem gegen Ende der Sitzungen, wenn sie die Richtung des Gedanken- und Erlebnisflusses anscheinend freier wählen könnten.
Als mögliche Gefahren der Behandlung mit LSD beschreibt Robak: a. die Möglichkeit der Induktion einer depressiven Reaktion mit Suizidtendenzen; b. die mögliche Auslösung von Impulshandlungen durch Andrängen unbewussten Materials; c. die Gefahr der Auslösung einer latenten Psychose und d. die Risiken bei ich-schwachen Patienten mit schweren Verdrängungen, bei denen sich aus einer induzierten Furchtreaktion eine psychotische Entgleisung entwickeln könne. Dies geschehe jedoch nicht als direkte Folge der LSD-Wirkung, sondern vielmehr durch die Einwirkung begleitender Psychotherapie, die in solchen Fällen entsprechend zurückzunehmen sei.
LSD als psychotherapeutisches Hilfsmittel soll nach Robak in erster Linie die Selbsteinsicht des Patienten fördern. Grundlage dafür sei die Beschleunigung der Prozesse in denen Patienten verleugnetes und verdrängtes Material mit großer Intensität und emotionalem Engagement im inneren Erleben konfrontierten. In den Indikationsbereich der Methode würden hauptsächlich chronifizierte Neurosen fallen, bei denen die konventionellen Behandlungsverfahren fehlgeschlagen seien oder bei deren spezifischer Symptomatik man mit den gewöhnlichen Methoden nicht ansetzen könne. Angesichts des experimentellen Charakters der Methode habe man sich allerdings von Beginn an auf die Therapie chronisch neurotisch Kranker beschränkt. Deshalb seien die Möglichkeiten zur Behandlung anderer Störungen nicht ausreichend sondiert worden. So habe auch er nur chronische Zwangs-, Angst- und Charakterneurosen sowie einige Alkoholiker zur Behandlung zugelassen.

Den routinemäßigen Ablauf der LSD-Behandlungen schildert Robak wie folgt. Nachdem andere Psychopharmaka eine Woche vor Behandlung abgesetzt würden, erhielte der Patient um 8.30 Uhr eine LSD-Dosis von 100 mcg. per os bzw. subkutan. Nach Eintritt der Wirkung lege sich der Patient bis mittags alleine in einem wohnlichen abgedunkelten Raum auf ein Bett. Der Therapeut macht während der folgenden Stunden zwischen 3 und 5 Routinebesuche beim Patienten, deren Dauer je nach Bedarf von 5-60 Minuten variiere. Um 13-14 Uhr sei die Wirkung meist abgeklungen und die Patienten äßen zu Mittag. Am Nachmittag habe der Patient dann Gelegenheit mit anderen gleichzeitig behandelten Patienten zusammen zu sein. Er werde dazu angehalten seine Eindrücke aus der Sitzung aufzuschreiben, die dann mit dem Arzt durchgesprochen und diskutiert würden. Zwischen den in der Regel wöchentlich stattfindenden LSD-Sitzungen vertieften Patient und Arzt die psychotherapeutische Bearbeitung des aufgetauchten Materials (1x täglich - 1x wöchentlich).

Robak hat auch Erfahrungen mit LSD als Adjuvans zu intensiver Gruppentherapie gesammelt. Bei der Durchführung dieser Behandlungen folgte er Überlegungen die Leuner (vgl. Leuner 1964; 1981) 1960 auf dem ä1. Europäischen Symposion über Psychotherapie unter LSD-25ä in Göttingen 1960 (vgl. Barolin 1961) referierte. Die Gruppen bestanden immer aus jeweils 3-5 Personen die gleichzeitig in LSD-Behandlung waren. Eine solche Gruppe sei jeweils nach der LSD-Sitzung für ca. zwei Stunden zusammen, wo jeder seine Erlebnisse schildern, kommentieren und in die gemeinsamen Diskussionen einbringen könne. Im Anschluss daran hätten die Patienten frei, bis die Gruppe am nächsten Morgen wieder zusammentreffe. Der Patient könne in der Gruppe seine intimsten und persönlichsten Probleme offenbaren und sie vermittle auch in schwierigen Zeiten therapeutischen Optimismus und schaffe stützende Solidarität. Auch die positiven Behandlungsresultate sprächen für die gruppentherapie-unterstützte Behandlungstechnik.

Bis zum Mai 1962 behandelte Robak 24 Patienten, von denen bis dahin 15 die Behandlung abgeschlossen hatten. Die Patienten erhielten insgesamt 186 LSD-Behandlungen mit einer Durchschnittsdosis von 135 mcg. 10 der Patienten litten an Charakterneurosen, die anderen 5 unter Zwangsneurosen. Von diesen Patienten zeigten nach seinen Angaben etwa 50% trotz schwerer chronifizierter neurotischer Störungen nach der LSD-Behandlung deutliche Besserungen.

In einer Schlussbemerkung bezeichnet Robak LSD als brauchbares psychotherapeutisches Hilfsmittel, dessen Wirkungen lösende und akzelerierende Kraft im psychotherapeutischen Prozess besäßen.
Zwei Jahre nach Robaks vorläufigem Bericht gibt Johnsen (1964b) als Grund für die Einführung der psycholytischen Therapie an seiner Klinik die große Zahl therapieresistenter Patienten an. Zur genaueren Charakterisierung dieser Patientengruppe zitiert Johnsen den holländischen Psycholyse-Experte Arendsen Hein (1963), der 1963 drei markante Gruppen solcher therapieresistenten Patienten beschrieben hat:

1. Die emotionalen Analphabeten - Diese hätten keine Wahrnehmung der Beziehung ihrer Symptome zu ihren Gefühlen, einen sehr reduzierten Kontakt zu sich selbst und mangelnde Introspektionsfähigkeit (Psychopathen, psychosomatische Patienten).

2. Die rationalisierenden Intellektuellen - Diese neigten zur Verbalisierung, aber generierten ihre Einsichten ohne angemessene Gefühle und zeigten dadurch keine wirkliche innere Teilnahme am psychotherapeutischen Prozess (hauptsächlich Charakter- und Zwangsneurotiker).

3. Die stillen, stark gehemmten und verschlossenen Patienten - Diese hätten eine so starke und undurchdringliche Abwehr, dass jeder fruchtbare therapeutische Kontakt behindert sei, weil sie ihren Gefühlen keinen Ausdruck verleihen könnten.

In Johnsens Klinik waren es vor allem die Schwierigkeiten mit schweren Zwangsneurosen und sexuellen Perversionen, die sie zur Anwendung der neuen Methode führten. Seit Sommer 1961 verwendeten Ärzte der Klinik bei 200 Patienten LSD und Psilocybin in insgesamt ca. 1500 Sitzungen zur Unterstützung der Psychotherapie.
Die Anwendungs- bzw. Indikationsbereiche der Methode steckt Johnsen (1967: 333f.) aufgrund seiner Erfahrungen wie folgt ab:

1. LSD oder Psilocybin als Explorationshilfe zur Klärung diagnostischer Probleme am Beginn von Schizophrenien, endogenen Psychosen sowie schweren Neurosen. Zugleich könne aus den Sitzungen oft das weitere therapeutische Vorgehen abgeleitet werden.

2. Wichtigster Anwendungsbereich sei fraglos die Hilfe bei der Tiefenanalyse: Um Widerstände zu überwinden, Zeit zu sparen, dem Patienten emotionale Einsicht zu vermitteln und Abreaktionen zu beschleunigen.

3. Die Anwendung als ultima ratio bei den von Arendsen-Hein charakterisierten Patientengruppen.

4. Benutzung von nur wenigen LSD- bzw. Psilocybinsitzungen in der Endphase einer konventionellen tiefenpsychologischen Behandlung zwecks Vertiefung der gewonnenen Einsichten (1967:335).

Bei der unter 2. genannten häufigsten Anwendung, der Unterstützung einer Tiefenanalyse, hätten er und seine Mitarbeiter immer mit sehr kleinen Anfangsdosen begonnen. Mit zunehmender Erfahrung entschieden sie über die Initialdosen jedoch fallabhängig. Dass die erste Behandlung effektiv ist erscheint ihnen wichtig, um den Patienten zu ermutigen und vom Wert der Behandlung zu überzeugen. Zugleich erfolge immer eine begleitende Behandlung mit Einzel- und Gruppenpsychotherapie (vgl. Johnsen 1964b: 385).

Die unter 3. genannten schweren Angst- und Zwangsneurotiker zeigten vielerlei produktive Regressionen auf frühe Kindheitserinnerungen, die bei den anderen Patientengruppen bedeutend seltener seien. Patienten wie Charakterneurotiker, sexuell gestörte und Psychopathen zeigten dagegen meist tiefe emotionale Reaktionen mit „kosmischen“ und „mystischen“ Erfahrungen. Diese seien von großer Bedeutung und Wichtigkeit vor allem für Patienten die ihre Emotionen bislang immer unterdrückt gehalten hätten. Im Gegensatz zu zwangsneurotischen, narzisstischen und hysterischen Patienten, bei denen solcherart Erfahrungen kaum beobachtet würden, seien Alkoholiker, Psychopathen und Freiwillige anscheinend eher in der Lage sich in die Erfahrung bis zum erscheinen dieser Erlebnisformen einzulassen (vgl. auch Grof 1978: 120). „The severe characterneuroses, psychopaths, perverts and alcoholics, however, experience something new and creative under LSD treatment. The cosmic experience gives them a strength which is the point of departure for a new behaviour pattern: they achieve emotional contact with their own egos, they are able to discover new facets in themselves and to recognise powers in themselves which they have formerly ignored or denied the existence of“ (Johnsen 1964b: 386).
Die erzielten Resultate wurden allerdings nicht mittels einer systematischen Nachuntersuchung eruiert, sondern basieren nur auf den persönlichen Eindrücken der behandelnden Ärzte. Sie beschrieben in mehr als 60% der Fälle deutliche Besserungen. Die 14 Zwangsneurotiker waren die schwersten der behandelten Fälle mit z.T. jahrelangen Krankenhauskarrieren; von diesen wurden laut Johnsen 7 stark gebessert, während 2 noch in Behandlung waren und 5 unverändert blieben. Die 8 Alkoholiker wurden bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht nachuntersucht.
Abschliessend bemerkt Johnsen (1964b: 387) im Hinblick auf die ungewöhnlich schwer erkrankten Patienten: „We have undoubtly openend up new possibilities for these patients before whom we stood helpless“ ... „Furthermore it is our impression that the use of psycholytica is a serious form of treatment which is not dangerous if carried out in a clinic with trained staff and given under the correct indications”.

In dem vier Jahre seiner therapeutischen Arbeit mit LSD, Psilocybin und dessen Derivat CZ 74 zusammenfassenden Artikel betont der in Johnsens Klinik arbeitende Psychiater Alnaes (1965: 397ff.) zunächst die besondere Bedeutung tiefgehender psychedelischer Erfahrungen für die existentielle Selbst- und Weltkonfrontation des Patienten. Diesen komme im Rahmen solcher Erfahrungen mit existentiellen Problemen wie der Frage nach der Bedeutung des Lebens, der Suche nach neuen Werten und neuer Lebensorientierung in Berührung. Bei LSD-Behandlungen trete nämlich nicht nur unbewusstes Material aus persönlichen Konfliktfeldern zutage, sondern auch Erfahrungen aus „archetypischen“ und religiösen Ebenen des innerpsychischen Erfahrungsspektrums, die für die Patienten oft weitreichende weltanschauliche Konsequenzen haben könnten.
An der Differenz des generierten Erfahrungsmaterials setzt für ihn auch die Unterscheidung von psycholytischer und psychedelischer Therapie an. Im Unterschied zur psycholytischen Therapieform, die eine Durcharbeitung persönlich-biographischen Konfliktmaterials in den Mittelpunkt stelle, determinierten die psychedelischen Verfahren (Verabreichung höherer Dosen bei quasi-religiöser Einstimmung des Patienten) den Wandel des Patienten weniger durch psychotherapeutische Manipulationen als durch die Erfahrungen selbst. Tiefgehende psychedelische Erfahrungen besäßen meist mystisch-offenbarenden Charakter und könnten in kurzer Zeit langfristig wirksame Persönlichkeitswandlungen bewirken.

Was nun die Erfahrungen von Alnaes mit den von ihm behandelten Patienten angeht, so berichtet er, dass er bezüglich der Auswahlkriterien den konventionellen Vorgaben psycholytischer Therapie gefolgt sei. D.h. psychotische und präpsychotische Patienten seien genauso wie Ich-Schwache, infantile und hysterische Persönlichkeiten ausgeschlossen worden. Außerdem kam regelmäßig ein persönlichkeitspsychologischer Fragebogen zur Anwendung, der dem Behandler sowohl eine Feststellung relevanter Persönlichkeitsmerkmale („trust in interpersonal relations, tolerance for regressive experiences, willingness to give up ego control, rigidity vs. Flexibility“) ermöglichte als auch einen ersten Hinweis auf die zu verwendende Dosishöhe geben könne.
10 der 20 Patienten erhielten laut Alnaes eine konfliktzentrierte analytische Psychotherapie. Sie durchliefen zwischen 10 und 60 Sitzungen mit einer Dosis von 100-200 mcg. LSD bzw. 10-30 mg Psilocybin und wurden begleitend mit Einzel- und Gestaltungstherapie (Malen) behandelt. Die übrigen 10 Patienten wurden versuchsweise mit einer der psychedelischen Methode von Leary et al. (Leary 1964; Leary, Alpert & Metzner 1964) nachempfundenen Technik mittels nur weniger hochdosierter Sitzungen behandelt. Die Behandlungen erfolgten immer unter tagesklinischen oder stationären Bedingungen. Alnaes hebt hervor, dass die Verwendung hoher Dosen stets eine gründliche Vorbereitung des Patienten erfordere, wie auch die Einstellung des Patienten auf den religiösen Cahrakter des zu erwartenden Erlebens. Als Grundlage diente Alnaes dafür das Werk über „Psychedelische Erfahrungen“ von Leary, Albert und Metzner (1964). Ein äußerst wichtiger Faktor sei bei dieser Behandlungsform die vertrauensvolle Beziehung zum Arzt und den Gruppenmitgliedern. Um Furcht und negative Reaktionen zu vermeiden, werden von Alnaes im Vorfeld der Erfahrung Praktiken des autogenen Trainings gelehrt, auf die der Patient dann u.U. während der Sitzung zurückgreifen könne. Als äußeren Rahmen wurde dem Patienten ein wohnliches Zimmer mit Blumen und Kerzenbeleuchtung sowie ausgewählter klassischer Musik zur Verfügung gestellt, was bekanntermaßen der Erlangung archetypisch-existentieller Erfahrungen und Einsichten förderlich ist (Grof 1978; Bonny & Pahnke 1972). Die in Sitzungen mit psychedelischer Patientenvorbereitung und Dosierung gewonnenen Einsichten beziehen sich laut Alnaes vornehmlich auf die Beziehung von vorhergehender Ich-Konzeption und der auf einer temporären Ich-Verlust-Erfahrung basierenden neuartigen Ich-Konzeption. Die Wahrnehmung und Akzeptanz tieferer Realitätsdimensionen lässt auch die persönlichen Konflikte in einem anderen Licht erscheinen.

Der Zustand unmittelbar nach einer solchen Erfahrung sei gekennzeichnet durch gesteigerte Suggestiblität und Erinnerung, was die psychotherapeutische Nacharbeit vertiefen helfe. „Under the `return`, the patient has a greater capacity to analyze and to integrate the experience, to became clear about his life ... and at the same time see the possibility of a change. It can give him an increased insight and clearness into the problems, help him to find a new meaning in a more realistic style of life” (Alnaes 1965: 403). Für Alnaes verdankt die psychedelische Erfahrung ihren therapeutischen Wert einem direkten erfahrungsinduzierten Wandel im Wertekosmos der Person.
Der auf die Erfahrung folgende Tag wurde immer von jeglichen Verpflichtungen freigehalten, so dass dem Patienten Zeit zur Arbeit an sich selbst gegeben war.

Besondere Aufmerksamkeit richtete Alnaes auf die Frage, welche Patienten den größten Vorteil von der psychedelischen Behandlung hatten. Seiner Erfahrung nach machten Patienten bei denen keine psychedelischen Erfahrungen induziert werden konnten, bedeutend langsamere Fortschritte in der Therapie. Insofern sei zu fragen, ob nicht durch das Einfließen solch tiefreichender Erfahrungen auch die sonst bedeutend langwierigere psycholytische Kur intensiviert und abgekürzt werden könne. Hierbei sei auch an das Prinzip der reciprocal inhibition zu denken, demzufolge ein Kontrastieren von wiedererlebtem traumatischen Erinnerungsmaterial mit gegenläufigen positiven Erfahrungen gesundungsfördernd wirken könne.

Schweden
Über die Verwendung psycholytischer Therapie in Schweden liegt nur eine Publikation von Lennard Kaij (1963: 928ff.) vor, in welcher er zunächst ausführlich über seine Besuche im Powick-Hospital bei Sandison berichtet. Dort lernt er Mitte der fünfziger Jahre die von Sandison und Mitarbeitern durchgeführte Form der LSD-Therapie kennen. Diese arbeitet mit der klassischen Team-Behandlung, d.h. einer psychiatrisch ausgebildeten Krankenschwester als permanenter Beisitzerin des Patienten und nur gelegentlichen Besuchen des Arztes während der LSD-Wirkung. Nur gelegentlich erfolge nach den Sitzungen eine zusätzliche gruppentherapeutische Aufarbeitung des Erlebten. Der Therapeut verhielt nach Kaijs Beobachtungen überraschend passiv und verharrte vorwiegend in einer observierenden Haltung. Er stellte kaum einmal Fragen von sich aus und gab dem Patienten auch keinerlei Interpretationen an die Hand.

Da Kaij in dem Abschnitt „Eigene Erfahrungen“ seine Vorgehensweise nicht weiter spezifiziert, ist davon auszugehen, dass er sich bei seinen Behandlungen im Wesentlichen an das Vorgehen von Sandison und Mitarbeitern gehalten hat. Was den Indikationsbereich der Methode angeht, übernimmt er explizit die Ansichten von Sandison: Zwangsneurosen, Psychopathien und Sexualneurosen seien gut für die LSD-Behandlung geeignet.
Von 1957 an wurden in der psychiatrischen Klinik in Lund von Kaij psycholytische Behandlungen an elf vorwiegend zwangs-, angst- und charakterneurotischen Patienten durchgeführt. Es handelte sich auch hier wieder um schwer gestörte Patienten mit negativer Prognose. Die Sitzungshäufigkeit variierte zwischen 6 und 40, die Dosierung zwischen 50 und 700 mcg. Vor und nach den Sitzungen wurden die Patienten mittels einer verstehenden Psychotherapie behandelt.

Nach den Angaben von Kaij konnten sämtliche der behandelten Patienten gebessert werden, vor allem im Hinblick auf ihre, vorher stark eingeschränkte, Arbeitsfähigkeit. Leider bleiben seine diesbezüglichen Angaben rudimentär. Am Ende seiner Studie fasst er seine Erfahrungen dahingehend zusammen, dass die psycholytische Behandlung bei sachgemäßer Auswahl und Betreuung der Patienten praktisch risikolos sei.

3. Diskussion

Bei den im Vorstehenden geschilderten Studien handelt es sich um Darstellungen klinischer Projekte, in deren Rahmen zwar auch ambulante Patienten behandelt wurden, deren Psycholyse-Sitzungen sich aber immer innerhalb eines klinischen Rahmens abspielten. Die skandinavischen Forscher führten die Psycholyse zunächst orientiert an den Vorgaben und Praktiken von Sandison et al. (Sandison 1954; Sandison & Spencer 1954; Sandison, Spencer & Whitelaw 1957) und Leuner (1959; 1962; 1963; 1964) in den klinischen Alltag ein. Zumeist begann man mit einleitenden Selbstversuchen und ging dann dazu über, die Möglichkeiten der neuen Methode systematisch an Patienten zu erforschen. Da es während dieser explorativen Phase zu einigen Zwischenfällen im Zusammenhang mit depressiven Nachschwankungen kam, wurden von den Forschern verschiedene Modifikationen des Verfahrens erarbeitet, die seine Handhabung in der Folge sicherer gestalteten. Neben einer Präzisierung des Indikationsspektrums spielten dabei Veränderungen des Behandlungsrahmens in Richtung einer freundlicheren Gestaltung der Räumlichkeiten sowie die wachsende Erfahrung des sitzungsbetreuenden Personals eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wegen der oben erwähnten Komplikationen im Zusammenhang mit depressiven Nachschwankungen im Anschluss an die halluzinogen-katalysierte Evokation psychischen Konfliktmaterials wurde die Behandlung ambulanter Patienten zuletzt nur noch unter teilstationären Bedingungen (Patient übernachtet in der Klinik) durchgeführt. Ein solcher teilstationärer Rahmen bietet die Möglichkeit einer mindestens 24-stündigen Nachbeobachtung, womit nach den Angaben der Autoren in der Folgezeit solche Komplikationen vermieden werden konnten.

Obwohl zunächst von einigen der Forscher ein pharmakologisch orientierter Ansatz verfolgt wurde, den insbesondere Geert-Jörgensen mit seinen psychotherapieabstinenten LSD-Behandlungen über Jahre fortführte, erkennen die Autoren zunehmend die Bedeutung der psychotherapeutischen Durcharbeitung des Erlebten und bemühen sich um eine Optimierung der psychotherapeutischen Begleitbehandlung. So haben die meisten Autoren mit den wöchentlichen bzw. 2-wöchentlichen Psycholyse-Sitzungen eine dichte psychotherapeutische Begleitbehandlung tiefenpsychologischer Richtung verbunden.

Nach einigen Versuchen mit Gruppen- und Einzeltherapie während der LSD- bzw. Psilocybin-Wirkung, deren Ausgang sich jedoch eher unbefriedigend gestaltete, gehen die Autoren immer mehr dazu über, dem Patienten während der Wirkzeit der Substanzen nur vorsichtig supportiv zu observieren und die psychotherapeutische Durcharbeitung des Erlebten auf die Zeit nach Abklingen der Wirkung zu verlegen. Eine Ausnahme bilden hier die wenigen von Alnaes (1965) durchgeführten Behandlungen nach der psychedelischen Methode.
Überblickt man die psychotherapeutischen Behandlungen, so kristallisiert sich die am Abend bzw. nächsten Morgen nach der Sitzung stattfindende Bearbeitung des Erlebten im Rahmen von gruppentherapeutischen Sitzungen - wie vordem schon von Sandison und Leuner praktiziert - als von den meisten Autoren für optimal erachtet heraus. Zusätzlich sollte nach Ansicht der Autoren dem Patienten - wo immer notwendig - auch das Angebot von Einzelgesprächen offenstehen.

Von den Indikationen her haben sich die Autoren auf ein Klientel negativ prognostizierter Charakter-, Angst- und Zwangsneurotiker sowie sexuelle Neurosen beschränkt. Psychotiker und Borderline-Fälle wurden genauso wie hysterische und infantile Persönlichkeiten von der Behandlung strikt ausgeschlossen. Ganz besondere Bedeutung für die Indikationsstellung verdient nach übereinstimmender Meinung der Autoren auch die Gesamtstruktur der Persönlichkeit, wobei ausreichende Ich-Stärke, feste Bindungen und gute soziale Integration den besonders geeigneten Patiententyp charakterisieren sollen.

Besondere Möglichkeiten bietet die psycholytische Behandlung nach Ansicht der Autoren insbesondere bei Patienten mit ausgeprägter neurotischer Abwehrstruktur im Rahmen chronischer neurotischer Entwicklungen. Hier könnten über eine halluzinogen-induzierte temporäre Umstrukturierung neurotisch festgefahrener Abwehrformationen dissoziierte Persönlichkeitsanteile aktiviert und psychotherapeutisch reintegriert werden.
Neben dem Wiedererleben und Durcharbeiten traumatischer Erinnerungen und gegenwärtiger Konflikte sollte nach Meinung der Autoren auch auf den integrierenden und persönlichkeitswandelnden Effekt tiefgreifender psychedelischer Erfahrungen von religiös-existentieller Prägung nicht verzichtet werden, da diese in vielen Fällen geeignet seien, Selbsteinsichten zu vertiefen und auch den Therapiefortschritt z.T. enorm zu beschleunigen (vgl. Alnaes 1965).

Kritisch ist anzumerken, dass die referierten Autoren, trotz eines überwiegend tiefenpsychologischen Therapieansatzes, das Problem der Übertragung in der psycholytischen Therapie nicht adäquat gewürdigt haben. Dies ist insofern bemerkenswert, als die durch das gesteigerte imaginäre Erleben die Übertragungsbeziehung während psycholytischer Sitzungen stark intensiviert ist. Die Aktivierung und Ausgestaltung der Übertragungsphänomene kann deren therapeutische Durcharbeitung oft stark beschleunigen, aber auch Probleme aufwerfen. Außerdem ist von den Autoren das Spektrum der durch Psycholytika induzierten Erfahrungen in seiner phänomenologischen Eigenart - wo überhaupt - leider nur sehr vage und unpräzise beschrieben worden.
Was die verabreichten Substanzen angeht, wird die optimale Durchschnittsdosis für psycholytische Behandlungen im Mittel mit 100-250 mcg LSD bzw. 10-30 mg Psilocybin angegeben. Dem Psilocybin bzw. seinem kürzerwirkenden Derivat CZ 74 wird von den skandinavischen Autoren allerdings der Vorzug vor dem LSD gegeben, da es sich aufgrund seiner besseren klinischen Steuerbarkeit aufgrund kürzerer Wirkungsdauer sowie geringeren vegetativen Nebenwirkungen komplikationsloser einsetzen lasse. Was die Applikationsform betrifft, favorisieren fast alle Autoren die Verabreichung per injectionem (intramuskulär bzw. subcutanr), da diese durch Verringerung von vegetativen Nebenwirkungen und Abkürzung der Erwartungsspannung des Patienten Vorteile biete.
Zwischen 1960 und 1968 haben die skandinavischen Autoren insgesamt mehr als 500 Patienten mit der psycholytischen Methode behandelt.

Einen, angesichts der wissenschaftlichen Beweisnot heutiger Psycholyse-Therapeuten (vgl. Benz 1989; Pletscher & Ladewig 1994), besonders schwerwiegenden Kritikpunkt bei den skandinavischen Studien stellen die aus heutiger Perspektive mangelhaften katamnestischen Untersuchungen dar. Obgleich von allen Autoren übereinstimmende Aussagen bezüglich der guten Wirksamkeit psycholytischer Behandlungen bei einer Vielzahl von Fällen gemacht werden, erscheinen ihre katamnestischen Untersuchungen an verschiedenen Punkten problematisch. So ist etwa die auf viele der behandelten Patienten angewendete Diagnose „Charakterneurose“ nicht ausreichend präzise definiert worden und wäre mindestens von derjenigen der „Psychopathie“ wie auch den Symptomneurosen genauer abzugrenzen gewesen. Auch die Explikation der psychotherapeutischen Prämissen der einzelnen Forscher lässt bleibt unpräzise und lässt zu wünschen übrig. Weiterhin wurden die Katamnesen nur rudimentär dokumentiert und auch kaum auf systematischem Wege (Fragebögen, unabhängige Nachuntersucher usw.) ausgewertet. Ein weiterer Mangel ist darin zu sehen, dass sich die Kriterien für den Status „gebessert“ nirgends klar definiert finden.

Obgleich die evaluativen Studien der skandinavischen Autoren im historischen Kontext betrachtet werden müssen und den damals üblichen Standards durchaus genüge getan haben mögen, erscheinen sie doch aus heutiger Perspektive mit derart gravierenden Mängeln behaftet, dass eine wissenschaftliche Auswertung ihrer Resultate bestenfalls Hinweischarakter haben kann. Größeres Interesse dürften dagegen die von ihnen in klinischer Arbeit vollzogene Ausmessung des Komplikationsspektrums, die empirisch geleitete Eingrenzung des Indikationsbereiches sowie vor allem die Präzisierung der Sicherheitsstandards psycholytischer Behandlungen beanspruchen.
Grundsätzlich sind angesichts des gestiegenen Niveaus psychotherapeutischer Evaluationsforschung in Zukunft exaktere und fundiertere Nachuntersuchungen wünschenswert, wie sie von Mascher (1966), Leuner (1981; 1987; 1994a) und Schultz-Wittner (1989) sowie der Baltimore-Gruppe in Amerika (vgl. Yensen & Dryer 1995) bislang schon in Ansätzen realisiert wurden. Sollten genauere Untersuchungen die mehr anekdotisch zu wertenden positiven Ergebnisse der hier referierten Autoren bestätigen, wäre es denkbar, dass die Psycholyse in Zukunft eine M”glichkeit zur Behandlung einer nicht geringen Anzahl schwer gestörter reaktiv psychisch Erkrankter darstellen könnte, und dies insbesondere bei Patientengruppen die mit den gewöhnlichen Methoden nur schwer oder gar nicht erreichen lassen (vgl. Leuner 1981). Außerdem könnte es angesichts des kostenintensiven Aufwandes langfristiger tiefenpsychologischer Behandlungsverfahren auch von Wert sein, ihr Potential für eine Effektivierung und Verkürzung konventioneller tiefenpsychologischer Verfahren einer erneuten Prüfung zu unterziehen.

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