Glossar - Begriffserklärungen zum verstärkten Atmen

Hier werden einige der in den Texten verwendeten Begriffe erläutert.
 

Verstärktes Atmen

Verstärktes Atmen, auch als Hyperventilation bezeichnet, bedeutet ein gegenüber dem normalen Atmen vertieftes und beschleunigtes Atmen. Dies hat als Hauptwirkung einen erheblichen Abfall des Kohlendioxids im Körper zur Folge. Da über den Kohlendioxidgehalt die Durchblutung der Gewebe reguliert wird, hat das verstärkte Atmen eine Verminderung der Durchblutung zur Folge. Im Gehirn wird die Durchblutung der äußeren Schichten, der so genannten Hirnrinde, stark vermindert, während die inneren Schichten des Gehirns, in denen die Zentren des Gefühlslebens liegen (limbisches System), noch recht stark durchblutet bleiben. Dadurch kommt es zu einer Aktivierung und Vertiefung des Gefühlserlebens.

 

Therapeutisches Atmen

Als therapeutisches Atmen nach Pleske wird das verstärkte Atmen in einem psychotherapeutischen Rahmen, im Einzel- oder Gruppensetting, bezeichnet. Die verstärkte Atmung erfolgt dabei ohne Musik und Körperarbeit. Sie wird vom Therapeuten begleitet und erstreckt sich über einen Zeitraum von 30 bis max. 60 Minuten, woran sich eine 20-30-minütige Ruhephase (Nachphase) mit sanfter, fließender Musik anschließt. Es werden keine Kopfhörer oder Augenklappen verwendet. Während der Phase des aktiven Atmens bleibt der Therapeut in ständigem Kontakt mit den/dem Klienten. Verbale (psycho)-therapeutische Interventionen sind Teil der Methode. Das Ausleben von Gefühlen wird nicht forciert, aber zugelassen. Diese Form des therapeutischen Atmens steht im Mittelpunkt des Konzepts der Atemzentrierten Psychotherapie (AZPT nach Pleske).

 

Kernerfahrung

Als Kernerfahrung werden Erfahrungen angesprochen, die durch eine starke Öffnung im Gefühlsbereich mit meist ausgeprägten positiven Empfindungen und Erkenntnissen, bei meist großer körperlicher Entspannung, gekennzeichnet sind. Es scheint dabei eine „Berührung mit dem innersten Kern der Person“ hergestellt zu werden Häufig wird eine starke Verbundenheit mit sich selbst, seinem Potential, aber auch der umgebenden Welt erlebt.

 

Nachphase

Als Nachphase wird jene Phase einer Atemsitzung bezeichnet, die sich unmittelbar anschließt, wenn das verstärkte Atmen eingestellt wird. Erst nach einer mindestens 20-minütigen Phase verstärkten Atmens ist die Nachphase voll ausgeprägt. Während der Nachphase kommt es zu einer sukzessiven Rückbildung der durch das verstärkte Atmen im Körper verursachten Veränderungen. Das Erleben ist während dieser Phase von ausgeprägter körperlicher und seelischer Entspannung und einem regressiven Bewusstseinswandel geprägt. Während der Nachphase kommt es zu einem starken Anstieg des während des aktiven Atmens verminderten Blutflusses im Gehirn.